Das Volk wehrt sich gegen "seine" Garage
Geplante Volksgarage entzweit Margareten
Wien - "Unser Steuergeld für private Garagenbetreiber" prangt in großen Lettern am Bacherpark in Wien-Margareten. Der Grund: Unter dem Park soll eine geförderte Volksgarage entstehen.
Die "Bürgerinitiative Bacherpark" ist dagegen. 2000 Unterschriften hat sie schon gesammelt und fordert nun eine Anrainerbefragung. Doch Bezirksvorsteher Kurt Wimmer (SP) winkt ab: "Ich wüsste nicht, wie ich seriös befragen sollte."
Die Kritik an dem dreigeschoßigen Tiefbau: In einer der wenigen Grünoasen in Margareten werde der Altbaumbestand ruiniert, die Bautätigkeiten würden den Unterricht in der benachbarten Schule beeinträchtigen - und vor allem: Es bestehe gar kein Bedarf an neuen Stellplätzen. Ein Anrainer: "Innerhalb von 150 Metern bekomme ich einen Parkplatz, auch in der Nacht."
Der Bezirksvorsteher hält dagegen: "Es müssen nur drei kranke Pappeln gefällt werden, den anderen Bäumen geschieht nichts." Außerdem gebe es zu wenige Stellflächen. Wimmer beruft sich dabei auf entsprechende Gutachten.
Doch diese sind kaum zugänglich: Bei der MA 21 A (Stadtteilplanung) wie auch beim Bezirksamt liegen sie nicht auf. Das Baumgutachten, das dem Großteil des Bestandes keine Gefahr bescheinigt und die drei Pappeln für "altersschwach" erklärt, fehlt. Und das Stellplatzgutachten, das dem Grätzel völlige Überparkung attestiert, war nur zweimal kurz einsehbar. Überdies fehlen auf dem Garagenplan die Einfahrten.
Für beide Gutachten legt die Initiative Gegengutachten vor: Die Pappeln seien gesund, aber die alten Bäume durch den Bau gefährdet. Die Stellplatzstudie sei "unseriös".
Eine Initiative für den Bau hat sich auch schon formiert: Laut ihrem Initiator Johannes Seitner, SP-Funktionär und einst Chef des Integrationsfonds, bestehe sie aus "sechs bis sieben Leuten" und habe 350 Unterschriften gesammelt. Eine Anrainerbefragung lehnt er ab, denn die Gegenseite betreibe "Panikmache mit falschen Argumenten."
Der Bezirksvorsteher sieht sich als Vermittler: "Wir wollen das Bedürfnis nach Grün zur Deckung mit dem nach Stellplätzen bringen." Wimmer will die Anrainer einbeziehen - bei der Oberflächengestaltung. Nach der Fertigstellung. (lev)