Offener Brief der BI-Bacherpark an die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte
Betrifft:
Die Gemeinderatsitzung am 19. Mai. 2004, Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
(PlanNr. 7644)
Wien, im Mai 2004
Sehr geehrte Frau Gemeinderätin!
Sehr geehrte Herr Gemeinderat!
Die BI-Bacherpark (Bürger gegen die Volksgarage
Bacherpark) ersucht Sie eindringlich, in Ihren Entscheidungsprozess über
die Flächenwidmung und Bebauung des Bacherparks (Plan Nr.7644)
folgende Fakten gewissenhaft einzubeziehen:
· die mittlerweile weit über 2.000 Unterschriften GEGEN den Garagenbau
an diesem Standort
· die fast 200 Eingaben besorgter Anrainer beim Magistrat GEGEN das
Projekt
· die Tatsache, dass die massivst geforderte Anrainerbefragung verweigert
wurde
· die außerordentlich zahlreichen und kritischen Berichte der
letzten Wochen in den Medien zum
Thema Bacherpark, Volksgaragen, Stadtplanung, Emissionswerte, Verkehrsplanung
u. a.
· die jüngste Kritik des Rechnungshofberichtes zu Volksgaragen
und Stadtplanung
· die wissenschaftlichen Argumente namhafter Fachleute der TU-Wien,
BOKU-Wien und der Ärztekammer GEGEN eine Garage an so einem Standort,
unter anderem vorgetragen auf der
Bürgerversammlung der BI Bacherpark.
Vor diesem Hintergrund wird Ihre Entscheidung auch Auswirkungen auf die demokratiepolitische
Atmosphäre in dieser Stadt und auf die weitere Erhaltung von Grünraum
in den innerstädtischen Bezirken haben. Die Medien und Stadtrat Schicker
haben schon von einem Umdenken gesprochen - soll der Bacherpark schnell noch
das letzte Opfer dieses Auslaufmodells einer gescheiterten Verkehrs- und Umweltpolitik
werden (im Tenor: "Grün weg, Autos rein!")? · Margareten
ist von abgasreichen Hauptverkehrsadern eingeschlossen. Der anhaltende Protest
der Bevölkerung richtet sich gegen ein Programm, das den Verkehr und
die Abgase jetzt direkt in die allerletzten Erholungsräume und in die
Spielflächen der Kinder und Jugendlichen lenkt. Die Garagenzufahrt wird
auch in den engsten Zugangsbereich der Schulen gelegt. Welches Mitglied des
Gemeinderats wird die Zunahme blutiger Unfälle mit Kindern persönlich
verantworten wollen?
· Das Stellplatzgutachten (Rosinak & Partner), welches als alleinige
Begründung für die Notwendigkeit der Volksgarage Bacherpark dient,
wurde nur an einem einzigen Tag durchgeführt. Entsprechend wurde es von
Verkehrsexperten der TU-Wien öffentlich als unseriös bezeichnet!
Tatsächlich sind viele Garagen rund um den Park nicht ausgelastet, Parkplätze
in den Straßen sind laut ausdrücklicher Stellungnahmen dutzender
Anrainer ausreichend vorhanden.
· Deshalb gerät auch die unverhältnismäßige Förderung
in Millionenhöhe für private Garagenbetreiber ins Fadenkreuz der
Kritik, während in allen sozialen Ausgaben schmerzhafteste Streichungen
vorgenommen werden.
Im Namen der BI und über 2.000 Unterzeichnern gegen das Projekt, im Namen
der prominenten Unterstützer aus Margareten (Teddy Podgorski, Friederike
Mayröcker, Stefan Weber u. A.) ersuchen wir Sie nachdrücklich, eine
mutige Entscheidung für die Zukunft zu treffen, die den tatsächlichen
Wünschen und Bedürfnissen der Margaretener Bevölkerung und
einer Stadtplanung
für echte und gesunde Lebensqualität Rechnung trägt, und verbleiben
mit vorzüglicher Hochachtung
BI-Bacherpark
Bacherplatz 2, 1050-Wien Margareten
www.baeume-statt-garage.qube.at, e-mail: bi_bacherpark@utanet.at