Warum die Bürgerinitiative immer gegen die Tiefgarage war und nach wie
vor ist
Gründe und Argumente:
· Planungen
und Beschlüsse, ohne die Bürger/innen zu informieren oder gar einzubinden!
Als die Anrainer/innen vom Projekt Tiefgarage Bacherpark erfuhren, waren die
konkreten Planungen bereits in fortgeschrittenem Stadium und das Projekt in
einer Bezirksvertreter/innensitzung mehrheitlich beschlossen worden. Die Bürger/innen
sollten lediglich zur "Oberflächengestaltung" nach einem Garagenbau
eingeladen werden. Diese Vorgangsweise in der politischen Entscheidungsfindung
ist inakzeptabel.
·
Kein Bedarf!
Es wurde nie ein Bedarf nach dieser Garage festgestellt, weder objektiv noch
subjektiv. Lediglich eine Stellplatzerhebung wurde durchgeführt. Aus
der lässt sich jedoch weder ein "besonders hoher Stellplatzmangel"
ableiten, noch wird der Nachweis erbracht, dass das Garagenprojekt die vorgebliche
Problematik lösen würde. Diese Studie entspricht auch nicht den
methodischen Erfordernissen. Univ.Prof. Dr. Macoun von der Technischen Universität
Wien hat diese Studie als "unwissenschaftlich und politisch motiviert"
bewertet.
· Viele
freie Stell- und Garagenplätze - Verlust des Parkpickerls!
In der Umgebung des Bacherparks gibt es viele freie Stell- und Garagenplätze
zu vergleichbaren Preisen. Eine weitere Tiefgarage trägt nichts zur umwelt-
und verkehrspolitischen Problemlösung im Bezirk bei. Im Gegenteil: Sie
schafft neue Problemfelder.
Und übrigens: Wer einen Dauerparkplatz in der geplanten Volksgarage mietet,
verliert seinen Anspruch auf das Parkpickerl!
· Verkehrspolitischer
Unfug!
Garagen können durchaus Sinn machen. Aber diese macht keinen Sinn! Noch
dazu unter einem Park, unter den Sport-, Spiel- und Freizeitstätten der
Kinder und in unmittelbarer Nähe von einigen Schulen! Garagen gehören
an den Stadtrand, an Verkehrsknotenpunkte. Dorthin, wo eine unmittelbare Nähe
zu U- oder S-Bahnlinien besteht. Das motiviert Pendler/innen, ihr Auto am
Stadtrand stehen zu lassen, was wiederum für die Wiener/innen weniger
Verkehr und mehr freie Parkplätze bedeutet. Garagen dämmen nicht
den Fließ- und Sucherverkehr ein, sondern sind zusätzliche Verkehrsverursacher.
Zudem stellen sie eine zusätzliche Gefahrenzone für die Schulkinder
und Parkbesucher/innen dar.
· Abgase
über dem Kinderspielplatz?!?
Was passiert mit den Abgasen aus der Garage? Immer wieder wird davon gesprochen,
dass die Abgase über die Kamine der nahegelegenen Schule abgeleitet werden.
Doch eine Bestätigung, dass dies technisch machbar ist, fehlt. Die Befürchtung
ist, dass eine Lösung wie im Schütte-Lihotzky-Park oder im Hundsturm-Park
kommt: Dort werden die Abgase direkt neben dem Sandspielplatz für die
Kleinkinder abgeleitet!
· Umwelt-
und gesundheitspolitische Verantwortungslosigkeit!
Eine Garage bringt zusätzlichen Verkehr. Jedem Menschen ist klar, dass
von einem Freizeit- und Erholungsraum Autoverkehr fernzuhalten ist. Jetzt
aber plant die Politik eine Tiefgarage, die den Baumbestand gefährdet
und den Park mit Lärm, Abgasen und Feinstaub belastet, mit 400 zusätzlichen
Ein- und Ausfahrten im unmittelbaren Parkbereich. Die jüngsten Veröffentlichungen
über die zahlreichen Atemwegserkrankungen von Kindern und Jugendlichen
sind ohnedies schon alarmierend genug.
· Forderung
nach nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösungen!
Wir brauchen in diesem verkehrsreichen und asphaltierten Bezirk eine Politik,
die in die Zukunft schaut: gesundes Wohnen, Verkehrsberuhigung für die
Fußgänger/innen und mehr Grün für alle. Ohne Aufwertung
und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs wird das schwer möglich
sein. Künftigen Projekten müssen Untersuchungen zu Grunde gelegt
werden, die alle lebenswichtigen Bedürfnisse der Menschen einbeziehen
und nicht nur die Bedürfnisse der Autofahrer/innen im Blickfeld haben.
· Öffentliche
Geldver(sch)wendung!
Die geplante Subvention der Stadt Wien in der Höhe von mehr als 3 Millionen
Euro fließt direkt an den Garagenerrichter. Sie ist aber weder durch
einen "objektiven" Bedarf begründet, noch wurden die Anrainer/innen
befragt, ob sie so eine Garage brauchen oder wollen. Nebst einer zweifelhaften
EU-Konformität, die solche Subventionen nur unter dem Vorbehalt eines
Bedürfnisses der Wohnbevölkerung - besonders hoher Stellplatzmangel
bei vergleichbarem Preisniveau von rund 100 Euro/Monat für Stellplätze
im nächsten Umfeld - vorsieht, wurde vom Kontrollamt der Stadt Wien die
Kontrollierbarkeit der Garagensubventionen bemängelt. Es ist eine Frage
der politischen Schwerpunktsetzung und Praxis, ob die Millionenförderungen
dem öffentlichen Verkehr zugunsten vieler (nach eigenen politischen Leitbildern
und Zielsetzungen) oder einem privaten Garagenerrichter zugunsten weniger
gewährt werden.
·
Kein Drüberfahren über Bürger/inneninteressen!
Die Anrainer/innen wollen die Garage nicht. 2300 Unterschriften gegen die
Volksgarage und 190 begründete Stellungnahmen gegen den Flächenwidmungsplan
wurden von den Politiker/innen ignoriert. Die Parteienstellung der Anrainer/innen
gegen die vorgenommene Flächenwidmungsänderung sollte durch eine
findige Grundstücksteilung umgangen werden. Ein Antrag auf eine Bürgerbefragung
wurde abgelehnt. In der Agenda 21 Margareten wurde jegliche Diskussion über
den Garagenbau be- bis verhindert. Erst als der Park besetzt wurde, zeigten
sich die Politiker gesprächsbereit. Geht das nicht anders?
·
Verfassungskonformität der Flächenwidmung fragwürdig!
Nach der Wiener Bauordnung dürfen Flächenumwidmungen nur aus wichtigen
Gründen vorgenommen werden. Genau diese "wichtigen Gründe"
gab und gibt es beim Bacherpark nicht. Deshalb haben Anrainer auch eine Beschwerde
beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Über die wurde noch nicht entschieden!
Der bekannte Verfassungsrechtler Univ.Prof. DDr.Mayer räumt dieser Verfassungsgerichtshofbeschwerde
übrigens "sehr gute Chancen" auf einen Erfolg ein.
· Anrainer/innenbefragung!
Diese Befragung wurde von den Anrainer/innen von Beginn an gefordert. Sie
bietet neben einer umfassenden Bedarfserhebung und Machbarkeitsstudie die
Möglichkeit das öffentliche Interesse oder eben Nicht-Interesse
aufzuzeigen. Diese Grundlagen haben im Fall Tiefgarage Bacherpark immer gefehlt.
Und das hat auch das ganze Volksgaragenprojekt, samt Flächenwidmung und
Millionensubvention, insgesamt in Misskredit gebracht.
· Kein
Baummord mehr!
Drei alte, wunderschöne und gesunde Pappeln wurden noch am Tag des rechtskräftig
Werdens der Baugenehmigung gefällt. Ein Baumgutachten bestätigte
ihnen noch eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Sie allein müssten
laut Gesetz durch 30 neue Bäume ersetzt werden. Für sie ist aber
kein Platz. Es ist nicht so, dass die Garage nur unter den bereits betonierten
Sport- und Ballspielplätzen gebaut werden würde. Auch unter dem
Kleinkinderspielplatz würde gebaut werden. Ersatzpflanzungen sind gar
nicht i. d. Lage, Jahrzehnte alte Bäume zu ersetzen und könnten
auf einer Garagenbetondecke auch nicht so wachsen.
· Park-
und Grünraumschutz und nicht "Parkerweiterung"!
Vom Bezirksvorsteher wird für den Fall des Baus der Volksgarage eine
"Parkerweiterung" versprochen. Was soll das sein? Wer den Bacherpark
kennt, weiß, dass diese "Parkerweiterung" aufgrund der Gegebenheiten
gar nicht möglich ist. Wir brauchen etwas anderes: Einen maximalen Schutz
der minimal vorhandenen Grünräume in Margareten! Eine weitere Attraktivierung
des Bezirkes durch Baumpflanzungen auf Straßen und Begrünungen
von Straßenzügen ist wünschenswert. Diese können jedoch
nicht das leisten, was ein Park für das lokale Mikroklima leistet. Der
Bacherpark soll grüne Lunge Margaretens bleiben! Wir sind für eine
Freizeitoase Bacherpark. Mit großen, schattenspendenden Bäumen.
Mit schönen Spielplätzen für Kinder und Jugend. Dazu brauchen
wir keine Volksgarage, an der zudem kein Bedarf besteht!
"Nein" zur Volksgarage Bacherpark!